Dienstag, 26. Dezember 2017

Rezension: Psycho von Robert Bloch

Psycho // Robert Bloch //
192 S. // Rowohlt TB Verlag
Darum geht's

Klappentext

Alle kennen den Film, aber keiner das Buch. Und es ist einfach großartig. 

Die junge Mary Crane soll für ihren Chef 40.000 Dollar zur Bank bringen. Sie beschließt, stattdessen bei ihrem Verlobten in einem anderen Bundesstaat ein neues Leben anzufangen. Auf dem Weg dorthin verfährt sie sich aber. Es wird schon dunkel, und an der Rezeption des abgelegenen Motels begrüßt sie ein schüchterner Mann mittleren Alters. Sein Name ist Norman Bates.

«Psycho» erschien erstmals 1959 und wurde knapp ein Jahr später von Alfred Hitchcock meisterhaft verfilmt. Der Roman wurde mit dem Edgar Allan Poe Special Award ausgezeichnet und sein Autor über Nacht weltberühmt.

Die Story / Idee

Sehr viele Menschen kennen die berühmte und großartige Verfilmung von Alfred Hitchcock. Ich kannte diesen Film auch bereits vorher und habe diesen mehr als einmal gesehen. Sehr lange wusste ich überhaupt nicht das  es eine Buchvorlage gibt, ich bin immer davon ausgegangen, dass Hitchcock sich das Ganze selbst erdacht und geschrieben hat. So kann man sich also täuschen. Ich finde die ganze Story einfach nur genial. Heute ist diese Art von Geschichte sicherlich nichts Neues mehr, damals wird es allerdings ein absolut überraschender Kracher gewesen sein. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Geschichte, den Weg geebnet hat für sehr viele weitere Filme und Geschichten mit einer solchen Hintergrundidee. Ich mag generell Thriller in denen die psychologischen Aspekte sehr ausgeprägt sind und auch entsprechende Twists enthalten sind. Am besten ist es wenn man am Ende denkt „da wäre ich niemals drauf gekommen!“ und man eigentlich zig Theorien entwickelt hatte, die dann aber doch nicht zu treffen.  Da ich hier die ganze Geschichte schon kannte, traf das natürlich nicht zu.

Die Charaktere

Die Hauptcharaktere in diesem Buch sind Norman Bates und seine Mutter. Beides unterschiedliche und leicht skurrile Charaktere. Sie wirken etwas altmodisch und verschroben – die Mutter irgendwie gluckenhaft und aufbrausend, der Sohn eher eigenbrötlerisch und zurückhaltend. Ich hatte direkt das Gefühl, das die beiden sehr einsam sein müssen. Vor allem Norman, welcher keine Freunde zu haben scheint. Sie leben halt auch etwas abseits von allem und leiten ein Motel. Die beiden Protagonisten sind sehr interessant und man will einfach immer mehr über die beiden erfahren. Die restlichen Charaktere werden nicht so eingehend beleuchtet und spielten, meiner Meinung nach, eher eine Nebenrolle. Einige waren vielleicht etwas wichtiger als alle anderen, aber dennoch nicht so tiefgreifend wie die beiden Hauptakteure. Ich fand diese daher auch etwas Oberflächlicher gehalten. Allerdings hat mich das überhaupt nicht gestört.

Der Schreibstil

Den Schreibstil empfand ich als kurz und knackig, nicht zu verschnörkelt und nicht ausufernd. Das Buch ist auch ziemlich kurz, dennoch hat der Autor es geschafft alles wichtige unterzubringen. Ich konnte es sehr gut und schnell lesen und mich in die Situationen hineinversetzten. An manchen Stellen gab es etwas Nebengeplänkel, welches ich OK fand, aber auch etwas langweilig bzw. unnötig. Da hätte ich lieber noch mehr über Norman und seine Mutter erfahren.

Abschließendes Fazit

Ein sehr spannender, interessanter Psychothriller. Ich kannte die Geschichte schon und fand es dennoch spannend und mitreißend. Ich wollte einfach herausfinden, welche Unterschiede es zum Film gibt, das waren allerdings nicht viele. Die Verfilmung ist wirklich sehr nahe am Buch und das Buch ist auch eine perfekte Filmvorlage. Man muss es also nicht zwingend lesen, wenn man den Film bereits kennt. Dennoch Lesenswert für zwischendurch und man erfährt noch ein paar kleine weitere Details über Norman und seine Mutter. 

Meine Bewertung 4/5 Zaubertränken

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