Freitag, 5. Januar 2018

Rezension: Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr von Walter Moers

Prinzessin Insomnia //
Walter Moers // 344 S. // Fantasy
Darum geht's

Klappentext

Eine traumhafte Liebesgeschichte und eine Reise durch das menschliche Gehirn als rasantes zamonisches Abenteuer 

Prinzessin Dylia, die sich selbst „Prinzessin Insomnia“ nennt, ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von einem alptraumfarbenen Nachtmahr. Havarius Opal, wie sich der ebenso beängstigende wie sympathische Gnom vorstellt, kündigt an, die Prinzessin in den Wahnsinn treiben zu wollen. Vorher nimmt er die Prinzessin aber noch mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Welt des Denkens und Träumens, die für beide immer neue und überraschende Wendungen bereit hält, bis sie schließlich zum dunklen Herz der Nacht gelangen. Walter Moers erzählt dieses Märchen aus der zamonischen Spätromantik voller skurriler Charaktere mit der ihm eigenen Komik: spannend und anrührend zugleich.


Die Story und Idee


Völlig schräg und verrückt – das beschreibt es ganz gut. Ein bisschen als ob Alice, anstatt ins Wunderland in Ihr eigenes Gehirn fällt und dort umherwandert. Unbekannte Wesen, Psychosen, Ideen und wunderbare Worte – an jeder Ecke. Unbeschreiblich kreativ, mit Raum für sehr viel Interpretation. Schon nach den ersten Seiten fragte ich mich, wie man nur auf so etwas kommen kann. Ich bin immer wieder fasziniert, von solchen Geschichten, in denen man so viel Kreativität erlebt. Ich liebe das, weil ich auch eine leicht kreative Ader habe (bilde ich mir jedenfalls ein :D). Die Idee die Walter Moers hier hatte, sich im Grunde mit einer ernsthaften Krankheit und diversen Symptomen auf diese Art und Weise zu beschäftigen, finde ich großartig und ich war sofort in der Geschichte Rund um die schlaflose Prinzessin gefangen. Auch die ganze Welt (vor allem im Gehirn), in der das Abenteuer spielt, ist einzigartig und absolut außergewöhnlich. 

Die Charaktere

Es geht hauptsächlich um die beiden Protagonisten, welche ich beide mochte. Prinzessin Dylia empfand ich als schräges, intelligentes Mädchen mit zahlreichen Marotten und Eigenheiten - was vermutlich kein Wunder ist bei der ganzen Schlaflosigkeit. Sie wirkt also von Anfang an alles andere als "normal" (aber was ist schon normal?), und kann mitunter leicht nervig und auch etwas hochnäsig wirken, aufgrund Ihrer starken Selbstüberzeugung. Das empfand ich aber nicht als schlimm oder lästig, sondern ganz im Gegenteil - ich fand es gut, denn schließlich ist sie eine Prinzessin und außerdem muss sie sich vollkommen auf sich selbst verlassen, da sie aufgrund ihrer Krankheit vor allem auf sich selbst gestellt ist. Sie wirkte auch immer etwas Einsam auf mich, schon gleich zu beginn. Der Nachtmahr, Havarius Opal, ist ein kleiner Alptraum (haha!), den ich aber auch recht schnell ins Herz geschlossen habe. Er weiß sehr viel, aber ist dennoch nicht unfehlbar. Obwohl beide unterschiedliche Charaktere haben, sind sie sich doch irgendwie ähnlich. Während der Geschichte lernt man ansonsten hauptsächlich diverse Wesen und Kreaturen kennen, die meisten stammen aus Dylias Kopf. Hiervon will ich jedoch nicht zu viel verraten.

Der Schreibstil

Den Schreibstil fand ich überwältigend, großartig und einfach nur Genial. Ganz großes Kino - Lesekino, für mich. Ich bin immer noch ganz hin- und weg, von dieser Wortakrobatik und der Kreativität, welche sich auch deutlich im Schreibstil wiederspiegelt. Wirklich einzigartig, außergewöhnlich und, meiner Meinung nach, unbeschreiblich toll. Dieses war mein erster Walter Moers und ich kann die Begeisterung, der vielen Leser, nun absolut nachempfinden.

Abschließendes Fazit

Dieses Buch ist außergewöhnlich, verrückt und wunderbar. Mich hat es sehr begeistert.
Auch wenn die Meinungen zu diesem Buch auseinander gehen und es negative Rezensionen gibt, so ist es doch auf jeden Fall einen Blick wert. Ich könnte mir vorstellen, dass vielleicht nicht jeder etwas mit dieser Thematik anfangen kann. Aber wenn man sich darauf einlassen kann und auch zwischen den Zeilen liest, erfährt man eine wunderbare Reise und eine echte Bereicherung. Zumindest ging es mir so. Die Aufmachung finde ich auch sehr ansprechend und gelungen, die Illustrationen sind sehr schön und passend zur Geschichte. Kleiner Tipp: unbedingt auch das Nachwort lesen.

Meine Bewertung 5/5 Zaubertränken


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